Jeder sein Ding und alle sind froh.

Shownotes

Niklas ist ein seltenes Vater-Exemplar. Er ist Vollzeit-Papa – nicht weil er muss, sondern weil er es sich genau so ausgesucht hat. Er zeigt seine persönliche Transformation vom Workoholic zum Full-Time-Daddy und teilt seine Gedanken von bewusster Elternschaft.

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00:00:00: #FamFluenz.

00:00:02: #Der Radio Teddy Influencer Talk.

00:00:04: Ich freue mich, dass er heute bei mir ist.

00:00:06: Influencer und Fulltime Daddy Niklas Heinen.

00:00:09: Hallöchen.

00:00:10: Hallo Sandra, grüß dich.

00:00:12: Du zeigst ja bei Social Media deinen Alltag als Vollzeitpapa mit zwei Kids.

00:00:16: Hast knapp 39.000 Follower.

00:00:19: Niklas, wenn ich so in deinen Insta-Profil öffne,

00:00:22: dann steht da Fulltime Family Dad.

00:00:25: Achtzame Kehrarbeit mit zwei kleinen Jungs

00:00:28: und persönliche Transformation und bewusste Elternschaft.

00:00:32: Da gehen wir auch nachher noch mal drauf ein.

00:00:35: Da gehen wir nachher, klingt sehr hochgetragen.

00:00:38: Hört sich groß an.

00:00:40: Hört sich groß an. Ist doch auch groß.

00:00:42: Wir wollen allerdings noch ein bisschen mehr von dir wissen.

00:00:45: Und darum machen wir jetzt ...

00:00:47: ... der Profilcheck.

00:00:49: Verrat uns doch mal bitte, wie alt du bist.

00:00:51: Ich bin 34 Jahre alt.

00:00:53: Wer gehört denn alles zu deiner Familie?

00:00:55: Mit wem wohnst du zusammen?

00:00:57: Wir gehören meine Frau Johanna und meine beiden Kids.

00:01:00: Die sind vier und sechs.

00:01:03: Wie bist du Influencer geworden?

00:01:07: Ich bin Influencer geworden,

00:01:10: weil meine Frau und ich schon seit jeher im Social Media-Universum unterwegs sind.

00:01:18: Und sie auch einen eigenen Instagram-Kanal hat.

00:01:21: Und dann hat sich das irgendwann so entwickelt.

00:01:25: Warum bist du denn so gerne Influencer?

00:01:28: Ich seh mich selber ja gar nicht so richtig als Influencer,

00:01:31: sondern teile nur die Dinge, die ich erlebe oder erlebt habe auf diesem Kanal.

00:01:38: Wird das eigentlich gar nicht so nennen.

00:01:42: Wenn man mich dann aber so nennt und ich sagen müsste, warum ich es gerne mache,

00:01:48: mache ich das vor allem gerne, weil ich Menschen erreichen, inspirieren und wirklich ermutigen kann.

00:01:57: Und vor allem bei den Kinderthemen.

00:01:59: Ich habe hier schon lange einen Instagram-Profil, aber man kann alles auch erst gewachsen,

00:02:03: seitdem ich mich um diese Themen oder mich diese Kinderthemen adressiert habe.

00:02:08: Und seitdem ist da so ne große Rückmeldung gekommen.

00:02:11: Und ich habe so oft so tiefgehende, wirklich sehr, sehr berührenden Austauschen mit auch Eltern,

00:02:18: wo ich das Gefühl habe wirklich, was bewegen zu können.

00:02:22: Was machst du denn am liebsten, wenn du mal frei hast als Vollzeitpapa?

00:02:27: Wenn ich mal meine, so meine Me-Time habe, dann eine Runde Mountainbike im Wald fahren zu gehen.

00:02:36: Dann beschreib doch jetzt noch mal in einem Satz, bitte, was du auf deinem Social-Media-Kanal machst.

00:02:42: Auf meinem Social-Media-Kanal gibt es Einblicke in mein und unser Leben,

00:02:48: als kreativ, chaotische und lustige Familie.

00:02:54: Und die Inhalte, die man da so finden kann, ist, wie ich mit meiner Rolle als Papa umgehe,

00:03:03: was ich so täglich erlebe, das reflektiere ich dann auch offen mit meinen Follower*innen.

00:03:10: Und darüber hinaus gibt es aktuell ein bisschen wilden Umzugskontent.

00:03:17: Und teilweise auch ein paar Rezeptideen für Familien und vor allem aber so das Thema,

00:03:27: wie es mir damit geht, Papa zu sein, wie so der Entwicklungsprozess dahin war

00:03:34: und vor allem, was ich so mit meinen Kids jeden Tag erlebe.

00:03:40: Ich meine, du kennst das ja auch und was für kleine und große Abenteuer und Herausforderungen man dann so erlebt.

00:03:47: Absolut. Ich habe übrigens einen achtjährigen Sohn, also ich weiß ganz genau, wo von du redest.

00:03:54: Hast du mich schon gestalkt?

00:03:56: Ja und ich habe es tatsächlich bei euch heute Morgen irgendwie gehört.

00:04:03: Aber diesen kennt ihr das wahrscheinlich, oder?

00:04:05: Ja genau, da haben deine Moderationskolleg*innen irgendwie, ging es auch darum, dass du einen Sohn hast.

00:04:14: Ah, ok. Sehr gut, dann warst du ja schon Bescheid.

00:04:17: Du bist Vollzeitpapa, das heißt du kümmerst dich nur den ganzen Tag um deine Kinder und um alles, was damit zusammenhängt.

00:04:26: Wo sind deine Kinder heute?

00:04:28: Du sitzt da ganz entspannt, ich meine ich weiß mit einem achtjährigen eigentlich kann man nicht entspannt rumsitzen,

00:04:32: wenn man zwei Jungs um sich rumlaufen hat.

00:04:34: Ja.

00:04:35: Wo sind die denn gerade?

00:04:37: Die sind jetzt in Kita und Schule.

00:04:40: Ja.

00:04:41: Ich habe auch das Thema Vollzeit, ich bin da jetzt auch sehr sensibilisiert, nachdem ich das Thema auch so über das letzte Jahr auf Instagram sich das entwickelt hat.

00:04:51: Weil Vollzeitkeerarbeiten der Mensch streng genommen, also müsste man sagen, dass der ja auch keine Betreuung in Anspruch nimmt.

00:05:01: Aber ist das so, darf man sich nur Vollzeit nennen, wenn man die Kinder die ganze Zeit betreut, weil mal ganz um Ernst,

00:05:08: wir wissen beide was passiert, wenn die Kinder aus dem Haus sind, da ist ja dann nicht so auch Füße hochlegen und sagen,

00:05:15: oh, es tut alles schön und entspannt.

00:05:17: Man kann sich darüber streiten, aber was ich nur sagen will, ich habe das große Privileg, dass meine Kinder jetzt tagsüber in der Betreuung sind.

00:05:26: Und es gibt halt Menschen, die das nicht haben, das heißt die müssen dann zusätzlich alles was an Haus und Rumrumarbeit noch mit ihren Kindern erledigen.

00:05:36: Zusammen abrocknen.

00:05:38: Jetzt erzähl uns doch einmal, ich sage das Wort trotzdem nachher, du bist Vollzeitpapa mit Betreuung am Vormittag, Fremdbetreuung am Vormittag.

00:05:46: Wie kam es dazu?

00:05:48: Das war ein Prozess, der sich über mehrere Jahre wirklich vollzogen hat und der auch sehr viel damit zu tun hatte.

00:05:57: So das Selbstbild, was ich vielleicht mit irgendwie Anfang oder Mitte 20 von mir selber hatte und auch ab Geburt des ersten Kindes zu lösen,

00:06:07: weil ich ab der ersten, also ab der Geburt des ersten Sohnes gemerkt habe, dass Vater werden eine tiefgehendste und bewegendste Erfahrung in meinem Leben überhaupt war.

00:06:19: Je mehr ich dem Raum gegeben habe, desto mehr habe ich auch für mich gemerkt, dass das was ich mache, auch so meine Karriereziele oder das was ich machen wollte,

00:06:31: bei weitem nicht so viel Erfüllung in mir hervorruft wie dieses sich auf Kinder einzulassen.

00:06:39: Jetzt ist es natürlich auch so, dass Kinder dann gerade im Säuglingsalter oder im Alter von irgendwie eins, als Vater die Bindung dann, die größer die werden, desto mehr kann man mit ihnen machen.

00:06:50: Und so war das dann eben auch für mich, dass quasi mit heranwachsen des Großen und auch des Kleinen ich Monat für Monat und Jahr für Jahr mehr in diese Rolle ausgelebt habe

00:07:04: und auch in diesem Prozess mehr sich über die letzten Jahre die Aufteilung mit meiner Frau und auch die Veränderung unserem Familienmodell sich einfach vollzogen hat.

00:07:14: So dass dann irgendwann wir festgestellt haben, dass es für uns alle eigentlich das Beste ist, weil meine Frau dann der Erwerbsarbeit nachgeht und eben sich zu 100 Prozent darum kümmert und ich halt alles um die Kinder darum mache.

00:07:28: Und das ist ja gerade ein verändertes Familienmodell, das muss man ja schon noch so sagen, es ist ja gesellschaftlich immer noch so, dass meistens die Mutter zu Hause bleibt und sich die Zeit mit den Babys und mit den Kindern nimmt und

00:07:41: vielleicht auch tatsächlich die komplette Kehrarbeit zu Hause übernimmt.

00:07:45: Wie war das denn für deine Frau das so abzugeben und das so in deine Hände zu legen?

00:07:51: War das für sie ein einfacher Prozess, den ihr zusammen da durchgemacht habt oder hat das, ich will nicht sagen, Überredungskunst von dir gebraucht?

00:07:59: Wie seid ihr da zusammengekommen?

00:08:01: Also bei uns war das so, dass wir in der Zeit, wo die Kids noch weitaus kleiner waren, auch mal Phasen hatten, wo es eben umgekehrt war, wo ich viel gearbeitet habe.

00:08:14: Und sie eben mit einem Kleinkind und einem Säugling 100 Prozent zu Hause war.

00:08:22: Und für meine Frau war das, war insbesondere diese Phase nicht erfüllend.

00:08:30: Die Phase als sie zu Hause war?

00:08:33: Genau, die Phase als sie zu Hause war. Meine Frau ist selbstständig kreativ, die will sich ausdrücken, die braucht sehr, sehr viel Selbstwirksamkeit und Freiheit und Autonomie.

00:08:45: Das war quasi ein paralleler Prozess, der bei uns stattgefunden hat, dass sie für sich dieses klassische Bild und diese vermeintlichen gesellschaftlichen Erwartungen, die man als Mutter erfüllen in Anführungszeichen muss.

00:09:01: Du hast doch zwei Kinder, du hast doch einen Mann, es ist doch alles toll. Sei doch glücklich, das muss doch das Tollste sein, weil es eben dieses gesellschaftliche Bild einer heteronormativen Familie mit einem klassischen Rollenmodell gibt.

00:09:17: Das war bei ihr der Prozess, dieses Bild loszulassen und dem Raum zu geben, was sie in sich da eben spürt und auch eben Frust und Wut und Nervt hat, dem Raum zu geben in dieser Situation, als sie eben mit den Kindern so zusammen war.

00:09:35: Und bei mir wiederum war es der Prozess, dieses Selbstbild von mir, dieses Archiv, cool und Karriere und Unternehmen haben und so weiter und so fort, das loszulassen und dem Raum zu geben, dass ich merke, oh, mir macht doch viel mehr Spaß, wenn ich irgendwie mit den Kindern Zeit verbringen kann.

00:09:56: Also es erfüllt dich viel mehr, es überspitzt das jetzt mal, es erfüllt dich viel mehr, die Babykotze auf der Schulter zu haben, als den Businessanzug anzuhaben, ne?

00:10:06: Ja, das ist, bloß das Bild ist ein bisschen oberflächlich, finde ich, weil am Ende was...

00:10:12: Aber das ist ja all die Sichtweise, die die Gesellschaft auf eurem Kamin enthalten hat. Genau, das ist leider diese gesellschaftliche Perspektive, die es gibt, was ich nur in mir spüre und was ich merke, dass es halt viel, viel mehr ist.

00:10:29: Die Frage ist ja am Ende des Tages so ein bisschen, wie wir selber, und ich habe mich mittlerweile von diesem Begriff Erziehung etwas gelöst, ich nenne das mehr Begleitung mittlerweile, wie wir selber unsere Kinder begleiten wollen.

00:10:44: Und wenn wir das etwas bewusster tun und ein bisschen reflektiert tun, werden wir alle merken und jeder von uns und alle, die das jetzt hören, wenn die dieses Experiment mal selber machen, wie oft wir uns selbst in Situation mit unseren Kindern wiederfinden, wo irgendein Automatismus übernimmt.

00:11:05: Irgendein stressige Situation, Kind sagt irgendwas, macht irgendwas oder macht irgendwas nicht. Und in uns kommt irgendwie dieses "ah, so ein Gefühl auf" und jetzt kommt doch mal, mach doch mal, du musst doch, aber das und das und das.

00:11:18: Und am Ende des Tages habe ich mir irgendwie bei mir dann die Frage gestellt, woher kommt das denn? Ist das wirklich das, was ich will in einer bestimmten Situation oder ist das nur etwas, irgendein Anteil in mir, der auch aus meiner Erziehung oder aus irgendwelchen Prägungen rührt.

00:11:38: Und dieses Ganze, nein, man muss doch oder ihr kennt das ja auch dieses "Jungs heulen nicht" oder irgendwas so tief verankerte Muster- und Glaubenssätze, die dann gerade in bestimmten Situationen, wo wir nicht ruhig sind, wo irgendwas in uns getriggert oder ausgelöst wird.

00:11:57: Und am Ende des Tages finde ich bei Begleitung von Kindern und jeder, der auch Kinder hat, wird das unterschreiben, auch wenn man mehrere Kinder hat, dass sie jedes Kind doch so unterschiedlich ist.

00:12:10: Und dass das nicht durch die Erziehung kommt, sondern dass das von Sekunde an. Und könnt ihr jetzt nennen, wie das wollt, ob es irgendwie spirituell, esoterisch, wie auch immer, ist mir egal.

00:12:23: Aber jeder wird unterschreiben, dass in diesem kleinen Wesen von Anfang an schon irgendeine Grundindividualität und Besonderheit gegeben ist.

00:12:34: Und dann kommen wir als Eltern an und versuchen, durch das, was wir durch unsere Erziehung und unsere Prägung durch Kindergarten und Schule so erfahren haben, auf diese kleinen besonderen Individuen zu stülmen.

00:12:53: Und was dabei passiert ist, dass die halt dann oft aus meiner Sicht nicht das ausleben können, was eigentlich in ihnen steckt.

00:13:00: Und jetzt wiederum auf dieses Bild mit der Babykotze zurückzukommen, das ist halt total einfach, das eben nur so zu sehen.

00:13:09: Ich finde, da es liegt halt eine viel größere Aufgabe drin, nämlich die Aufgabe sich selbst zu beobachten, etwas zurückzunehmen, Abstand zu bekommen und sich mal zu beobachten.

00:13:22: Und wer das mal versucht, wird feststellen, wie schwierig das ist, weil wir so oft in unseren Autopilotenmodus verfallen, um dann etwas zu tun oder mein Kind so zu begleiten,

00:13:34: dass es sich selbst entfalten kann und das, was drin in dem Kind ja schon ist, irgendwie sich entfalten kann und ich nicht etwas Minimi aus diesem Kind mache, weil es mir gefällt und ich das gut finde.

00:13:51: Oder ein Kind daraus macht, was angeblich besser so in die Gesellschaft passt.

00:13:57: Also ich glaube ganz ehrlich, so unter uns, du hast jetzt einen Sohn in der Schule, da wird man noch ein paar Mal an Ecken.

00:14:08: Da kannst du drauf warten, weil die dort alle nur ein bestimmtes Muster an Kindern, es ist halt einfach und Individualität ist halt schwierig.

00:14:18: Genau, es ist halt in unserem System und ich bin jetzt auch kein kompletter Systemgegner oder Aussteiger.

00:14:25: Wenn ich das konsequent machen müsste, müsste ich irgendwie in irgendeine Kommune oder irgendwas auswandern.

00:14:31: Mach ich ja auch nicht, aber mir geht es nur darum, das Ganze etwas ein bisschen bewusster zu tun und nicht so blind.

00:14:39: Weil wie oft laufen wir eben einfach, wie so Programme durch unser Leben, wo die ganze Zeit Muster und Glaubenssätze rattern, die so tief in uns verankert sind, ohne dass wir es eigentlich merken.

00:14:50: Und das geben wir dann unterbewusst an unsere Kinder einfach weiter.

00:14:56: Und ja, gerade, wieso muss mein Kind Fußball spielen, weil ich es toll finde, wieso kann der nicht, keine Ahnung, zum Röhnrad fahren.

00:15:03: Ich weiß es nicht, jetzt Beispiel, und genauso, wer sagt, dass Mann bestimmte Dinge nicht macht oder wer ist dieser Mann.

00:15:14: Ich weiß es nicht, ich habe ihn noch nicht getroffen.

00:15:16: Aber das ist glaube ich das, was du meinst, was ich vorhin vorgelesen habe, was auf deinem Internet ist.

00:15:22: Profi steht. Ist das deine persönliche Transformation und bewusste Elternschaft?

00:15:25: Genau, das geht vor allem um für mich dieses Thema genau, bewusste Elternschaft, die Dinge

00:15:30: einfach wahrzunehmen und zu beobachten viel öfter. Ich fühle mich jetzt nicht als so Butter

00:15:40: darstellt. Also ich habe auch natürlich Situationen, die mich mega nerven, wo ich gereizt bin. Ich merke

00:15:46: das immer selber, gerade wenn ich meine Routinen selber nicht machen kann, wenn dann irgendwie ein paar

00:15:51: Tage am Stück sind, wo hier jetzt krasser Stress durch Umzug etc. Da merke ich selber, wie ich dann

00:15:58: in bestimmten Situationen viel gereizt bin und wesentlich unentspannter bin. Aber mir geht es

00:16:05: halt darum, das immer so ein bisschen zu beobachten und dafür einfach zu sensibilisieren, dass es diese

00:16:10: Möglichkeit gibt und dass andere dieses Thema persönliche Transformation ist. Und ich tausche

00:16:17: mich auch mit vielen Fätern wirklich aus, auch aus meiner Community, die auch über ihre Entwicklung

00:16:24: einfach ein anderes Verständnis und eine andere Haltung gegenüber diesem Thema Vater sein bekommen

00:16:35: haben. Denn was ich mittlerweile gemerkt habe ist und mir geht es da gar nicht nur so meine Kinder,

00:16:42: sondern allgemein um Kinder. Die Frage, die ich mir irgendwann gestellt habe ist, es gibt so ein

00:16:54: Lebenskonzept, das japanische Iki-Gai, das bedeutet das, wofür es sich zu Leben lohnt. Das ist die

00:17:02: Frage aus, was kann ich gut, was macht mir Spaß, womit kann ich irgendwie ein Wert, also Geld wert

00:17:11: oder irgendwie finanziellen Wert schaffen und was braucht die Welt. Und diese Frage, was braucht

00:17:16: die Welt, ist eine Frage, die jeder Mensch sehr, sehr, sehr individuell für sich beantwortet. Für die

00:17:21: einen ist es irgendwie, keine Ahnung, Gleichberechtigung, für die anderen ist es irgendwie eine Welt

00:17:30: Frieden, für die anderen ist es irgendwie Nachhaltigkeit. Und für mich ist das ganz, ganz tief

00:17:36: dieses, dass so Menschen, die auf die Welt kommen, das, was in ihnen ist, irgendwie ausleben können.

00:17:44: Und dass sie es auch nach außen zeigen dürfen und können. Dass sie es zeigen dürfen, dass sie es

00:17:50: entdecken können, dass sie es erfahren können, dass sie ihnen irgendwie das ausleben können. Und

00:17:55: ich stelle mir mal so ein bisschen die Frage, wir haben so viele Themen in unserer Welt, wo wir

00:18:00: versuchen, irgendwelche Symptome zu lösen. Und ich frage mich immer, wie wäre das, wenn wir alle

00:18:07: als Eltern unsere Kinder halt so frei begleiten würden, dass die halt wirklich sich entfalten und

00:18:19: selbst bewusste Menschen werden, die dann halt nicht mit Anfang 20 irgendeine Karriere beginnen,

00:18:25: weil sie meinen es machen zu müssen, die halt meinen X5 fahren zu müssen, weil sie meinen,

00:18:31: boah ja, dann bin ich etwas. Dieses, was unsere westliche Gesellschaft Kindern ja beibringt ist,

00:18:39: du bist noch nicht genug, du bist erst dann gut, wenn du groß, wenn du in der ersten Klasse bist,

00:18:44: nein, du musst erst auf die Weiterfühle Schule, nein, du musst dann Abitur machen,

00:18:48: du musst dann etwas studieren, dann bist du etwas, nur um dann mit Mitte 30 eine Karriere angestript

00:18:54: zu haben und das erste Mal Burnout zu sein. Und das ist etwas, um bei diesem quasi Baby-Cotze-Bild

00:19:01: nochmal zurückzukommen, was ich meine, was ich für mich entdeckt habe und das habe ich vor

00:19:07: zehn Jahren eben noch nicht so gesehen. Das ist diese persönliche Transformation eben dahin,

00:19:13: das zu sehen und das nicht nur zu sehen, sondern die Wichtigkeit für mich darin zu spüren,

00:19:20: dass das etwas ist, wofür ich brenne. Ich möchte aber nochmal auf die Gesellschaft zurückkommen.

00:19:26: Wie hat denn das Umfeld, dein Umfeld, egal ob Bekannte oder auch, es gibt ja auch Menschen,

00:19:33: die einem einfach seine Meinung, ihre Meinung erzählen, auch wenn man gar nicht danach gefragt

00:19:36: hat, wie hat denn das Umfeld reagiert auf eure Entscheidung des Familienmodells? Ja,

00:19:41: also in der, im Familienumfeld war das absolut selbstverständlich, weil meine Familie und auch

00:19:52: die Familie meiner Frau mich natürlich kennt und auch im Umgang mit den Kindern immer wagen

00:19:57: und beobachtet hat. Also für die war das logisch, dass das irgendwie auch passieren würde. Ich

00:20:03: komme mir selber aus einem unternehmerischen Hintergrund, wir haben ja auch eine Firma

00:20:13: aufgebaut und da habe ich persönlich auch sehr viel Sichtweite bekommen und da war es immer

00:20:16: dieses Aufmerksamkeitsökonomiethema. Du bist dann was, wenn du laut schreist, wenn du Reichweite

00:20:23: hast, wenn du gesehen wirst, wenn irgendwie Erfolge gefeiert werden, dann wirst du irgendwie

00:20:28: rumgereicht und bist was in einer bestimmten Bubble. Und ab dem Zeitpunkt, als ich dann auch irgendwann

00:20:38: dieser Bubble verkündet habe, dass ich da raus bin und das halt mit den Kindern machen,

00:20:42: dann kam ein paar Mal so dieses, oh wow, krass, dass du das machst. Ja, aber was ist das nächste große

00:20:50: Ding, was du dann oder was ist das nächste Ding, was du machst? Was ist das nächste, was du machst?

00:20:55: Ich so, ja. Das. Das. Das sehe ich gleich wieder vorbei. Genau. Ja, aber in dem Kopf, im Kopf

00:21:03: Gesellschaftlichkeit oft ist dieses okay, ein Vater macht das vielleicht irgendwie ein halbes Jahr

00:21:08: Elternzeit und eine Pause und kombiniert das dann mit dem nächsten Karriere Schritt oder

00:21:15: geht dann wieder in der Firma irgendwie was machen, dann habe ich gesagt, nee, das. Und dann geht es auch

00:21:21: ganz, ganz schnell, dass so eine Aufmerksamkeit, die weg ist einfach. Also nicht ganz, ganz viele

00:21:28: Menschen, 99 Prozent der Menschen, mit denen ich dann keinen mehr Kontakt eben aus dieser.

00:21:33: Ach, tatsächlich. Ja, ja, klar. Ja, ja. Das ist auch vollkommen okay, weil.

00:21:38: In so viele Menschen halt so auch in diesem System ja gefangen sind und die Währung in diesem System

00:21:50: oder die Sprache in diesem System ist halt höher, schneller, weiter, reich, weiter Aufmerksamkeit.

00:21:55: Und mir hat es auf jeden Fall sehr gut getan, da auszusteigen. Das war für mich total hilfreich.

00:22:01: Und so im anderen Alltags Kontext ist es natürlich schon oft so gewesen, dass ich einer der oft,

00:22:09: einer der wenigen oder einzigen Väter bei bestimmten Sachen war. Und dann gibt es teilweise auch so

00:22:16: Alltagssituationen. Ich beispielsweise mal beim Arzt mit beiden Kindern. Bei so einem Hörtest.

00:22:25: Und mit beiden Kindern da und die wollten halt jeweils nicht alleine in diese Kabine mit der

00:22:33: Akustikerin oder oder der Arzthelferin um das zu machen. So dass es schon Aufwand für die Praxis

00:22:41: war, weil ich halt dann mit dem einen da eben dann da war und der andere irgendwie bei mir war und

00:22:47: irgendwie ich den irgendwie dann dabei irgendwie noch beschäftigen muss. Sondern hab ich total

00:22:53: giftig angemacht. Ja, kann das nicht die Mutter kommen oder irgendwie die Mutter mitkommen oder so was?

00:23:00: Weil die das viel besser hätte regeln können. Ja oder das schwang so ein bisschen mit und

00:23:05: das Schwanger dieses Selbstverständnis mit, dass doch Mütter das irgendwie so machen und auch

00:23:15: dann dabei sein sollten. Und dann habe ich gesagt, tut mir leid, die ist halt berufstätig. Und es geht

00:23:21: halt nicht, dass ich das nur eben zu zweit machen kann. Und wie oft musst du das erklären? Also ich

00:23:26: stelle mir jetzt zum Beispiel das Sommerfest in der Kita vor und da kommen die Mütter und bereiten

00:23:31: vorher was vor und es gibt ein großes großes Buffet und dann kommst du als fast einziger Papa

00:23:36: wahrscheinlich und stellst auch was hin, weil du bist ja für die Kehrarbeiterke. Ja, also Sommerfest

00:23:43: waren meine Frau glaube ich dabei, aber es ist schon so jetzt beispielsweise bei allen Elternabendthemen,

00:23:51: Kita, Schul, admin, Orga, Elternstunden, da irgendwie in der Kita machen oder so was, das mach ich halt.

00:23:59: Und kriegst du immer noch Bewunderung, wenn du sagst, na ich bin zu Hause und meine Frau

00:24:03: ist arbeiten, ist dann immer noch so das, aha okay oder ist es so wow toll, was kriegst du für

00:24:09: ein Feedback? Im Alltag eher, also jetzt in meinem Lebensalltag eher wenig, weil da kommen jetzt

00:24:16: wenig Leute, die dann direkt sagen, wo ja beim Kuchen bringen, wow toll das irgendwie, du das

00:24:23: machst, aber auf Instagram habe ich natürlich, weil da der Austausch dann auch irgendwie obwohl

00:24:29: es halt eine Community ist von Menschen, die ich nicht kenne, ist der Austausch halt saut, tiefgründig

00:24:34: und da bekomme ich natürlich teilweise schon gespiegelt, dass Menschen das irgendwie toll finden

00:24:42: oder sich in irgendeiner Form eine andere oder eine eine andere Aufteilung bei sich wünschen oder

00:24:50: dass das Thema Familienmodell und Aufteilung ein großes Thema ist, was sie gerade beschäftigt,

00:24:57: was aber ja auch und das ist auch oft ein Thema, was auch kommt und da bin ich auch enorm dankbar

00:25:05: und das ist für mich auch ein großes Privileg, dass wir das auch finanziell halt so machen können,

00:25:10: dass es teilweise einfach nicht geht, also das ist teilweise einfach aus finanziellen Gründen

00:25:16: auch eine andere Aufteilung für viele Familien nicht möglich ist. Das ist vollkommen richtig,

00:25:21: weil es einfach oft noch so ist, dass der Mann wahrscheinlich mehr verdient als die Frauen,

00:25:26: man sich deswegen dafür oder dagegen entscheidet. Ist es nicht aber, können wir uns nicht darauf

00:25:33: einigen, dass es überhaupt schade ist, dass man überhaupt darüber reden muss, dass du Vollzeitpapper

00:25:39: bist, dass das keine Normalität ist, dass man ja und da ist es die Frau, da ist es der Mann. Ja

00:25:46: das ist, das finde ich auch, ich glaube das ist aber ein Transformationsprozess und das dauert

00:25:52: auch noch ein bisschen und wenn ich jetzt meine Haltung mit Anfang Mitte 20 angucke, habe ich

00:25:59: ja ein Turnaround von irgendwie 180 Grad hingelegt. Ich hätte das mit, hätte ich meinem 25 jährigen

00:26:06: ich jetzt oder meinem 10 Jahre jüngeren ich erzählen, dass ich das irgendwann voll, also mit

00:26:12: voller Hingabe und auch mit der Überzeugung machen würde, dass ich sagen würde ja alle Themen,

00:26:19: die jetzt Richtung berufliche Entwicklung und das erfordert von mir natürlich auch ein riesiges

00:26:26: Vertrauen jetzt, weil Altersvorsorge etc. Das ist jetzt quasi an meiner, an meiner Frau auch mit

00:26:34: gehangen. Jetzt kann man natürlich natürlich auch perspektivisch irgendwie was wieder auch machen,

00:26:41: auch mit Instagram, aber das ist gerade gar nicht so mein Ziel. Hätte man mir das mit Anfang

00:26:47: 20 gesagt, ich hätte gesagt, wer ist der bescheuerte Typ? Ist doch überhaupt nicht cool, cool ist es

00:26:53: doch halt irgendwie im Konzern Karriere zu machen oder ein Star darauf zu bauen oder irgendwie,

00:26:58: deswegen ich kann, ich kann halt das total, ich habe halt schon mal eine andere Perspektive inne

00:27:05: gehabt, deswegen verübe ich das keinem, gerade wenn man dann in so einer Lebensrealität die enorm

00:27:12: auf Leistung und rechts und links gucken und cooler, schneller und weiter, fällt es ja total

00:27:18: schwer. Ich finde es schwierig zu erwarten, dass diese andere Perspektive einzunehmen, weil ich

00:27:29: kann die nur einnehmen, weil ich jetzt zehn Jahre lang wirklich mich darauf eingelassen oder was

00:27:34: das zehn Jahre mich selber so entwickelt habe und an mir gearbeitet habe und irgendwie das mit

00:27:39: den Kindern so bewusst aufgenommen habe und ich kann das, diese Haltung habe ich jetzt nur nach

00:27:45: diesem zehnjährigen Prozess. Das verstehe ich und man kann es ja auch keinem verübeln, der das nicht

00:27:50: so fühlt wie du nach den, also man ist ja kein, ich finde man muss noch mal feststellen, man ist ja

00:27:55: kein schlechter Vater, nur weil man, weil man sagt, nee ich gehe aber bitte weiter arbeiten,

00:28:01: bleib du zu Hause. Genau und genauso wenig ist man eine schlechte Mutter, deswegen ich würde

00:28:07: dieses Thema gerne geschlechtsunabhängig einfach betrachten und für alle Geschlechter alles erlauben,

00:28:14: das ist normal ist. Wie viele Frauen sind gefangen in einer Mutterrolle, die sie depressiv machen,

00:28:21: unter der sie leiden, weil sie auch in sich etwas tragen, was irgendwie rausmöcht oder was irgendwie

00:28:26: anders ausgelebt werden möchte, sie können es aber nicht und wie fremd bestimmt ist man dann eben

00:28:31: mit zwei kleinen Kindern zu Hause. Also es ist ja fürchterlich. Da hast du vollkommen recht.

00:28:37: Sag mal was glaubst du denn, ist dein Weg für jede Familie auch ein möglicher Weg?

00:28:42: Das ist eine gute Frage. Ich würde mir wünschen, dass nur der Gedanke daran, dass es möglich wäre,

00:28:50: möglich ist, weil dieser einen Raum eröffnen würde, vielleicht Modelle zu finden, die zu der

00:28:59: jeweiligen Situation passen. Ob ein solches Modell für jede Familie dann faktisch möglich ist,

00:29:05: hängt natürlich dann von anderen Rahmenbedingungen noch ab, die ich nicht beurteilen kann.

00:29:11: Und was sagst du allen Müttern, die jetzt zuhören und sagen, oh nein, das würde ich niemals aus der

00:29:16: Hand geben wollen, egal wem. Herzlichen Glückwunsch, dann gratuliere ich dieser Mutter dazu, dass sie

00:29:24: etwas gefunden hat, wo sie Sinn und Erfüllung drin gefunden hat und kann ich jedem Menschen nur

00:29:31: zu glücklich wünschen. Wir kommen jetzt zum Ende lieber Niklas, es hat mir sehr viel Spaß gemacht,

00:29:36: aber ich möchte gerne noch dein oder euer Familienmotto, wonach lebt ihr? Was ist euer #?

00:29:43: Jeder sein Ding und alle sind froh. Jeder sein Ding und alle sind froh. Sehr schön. Niklas, es hat

00:29:52: mir furchtbar viel Spaß gemacht mit dir. Ich habe da ziemlich viel mitgenommen, also sollte ich

00:29:57: noch mal einen Kind kriegen, was wahrscheinlich nicht vorkommen wird, dann würde ich da aber

00:30:03: wahrscheinlich doch noch mal... Also ich geb ganz offen und ehrlich zu, ich war in dieser Mutter ja

00:30:07: nicht die glücklichste Mutter der Welt. Ich glaube, ich hätte auch lieber gerne Radio gemacht

00:30:11: weiter und hätte wäre lieber arbeiten gegangen. Deswegen habe ich mich auch nicht für eine schlechte

00:30:16: Mutter gehalten, ich lieb meinen Sohn trotzdem über alles, aber es ist auch das Muttersein,

00:30:21: ist nicht meine komplette Erfüllung. Das muss man sich aber auch eingestehen können.

00:30:25: Das ist vollkommen okay so und das darf auch so sein.

00:30:32: Das Familienradio für den ganzen Tag.

00:30:38: # Der Vario Teddy.

00:30:40: *Gelächter*

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